Freizeit & Kultur

Lokales Gesundheitsforum: Leistenbruch - Nabelbruch - Narbenbruch

Datum: Donnerstag, 21.09.2017 Veranstaltungsort: Römerstr. 102, 68623 Lampertheim, Stadthaus, Sitzungssaal
Veranstalter: GALA e.V. und Volkshochschule Lampertheim
Veranstaltung
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Uhrzeit: 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr Eintrittspreis: Frei

Der Weg zur sicheren Hernienversorgung - immer narbig ?


GALA e.V., das Gesundheitsnetz der Ärzteschaft Lampertheim und die Volkshochschule Lampertheim bieten im Rahmen des „Lokalen Gesundheitsforums“ am Donnerstag, den 21.09.2017 um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Stadthauses die nunmehr 90. Veranstaltung der Reihe an. Thema der Veranstaltung sind die sog. Hernien (Eingeweidebrüche).

Referent ist Prof. Dr. med Friedrich Kallinowski (Stellvertretender Ärztlicher Direktor und Chefarzt, Kreiskrankenhaus Bergstraße). Die Moderation des Abends übernimmt Dr. med. Günther Horneff (Facharzt  für Chirurgie/Unfallchirurgie, Lamnpertheim).

Erstmals wurde im Jahre 1550 v.Ch. dieses Krankheitsgeschehen auf Papyrus beschrieben. Im Mittelalter sind die sogenannten „Beutelschneider“ erwähnt. Diese waren Handwerker und haben die Brüche entweder zurückgedrängt oder einfach abgeschnitten. Die operative Therapie hat damals wahrscheinlich niemand überlebt. Chirurgen gab es damals noch nicht. Dieser akademische Beruf ist erst im 16. und 17. Jahrhundert entstanden. Erst nach Einführung der Narkose konnten solche operativen Eingriffe durchgeführt werden. Große Verdienste hatte sich der aus Padua stammende Anatom und Chirurg Bassini im Jahre 1880 erworben. Er berücksichtigte die komplizierte Anatomie des Leistenkanals und die Bindegewebsschichten zur Rekonstruktion und Stabilisierung der geschwächten Leiste. Bei der ursächlichen Bindegewebsschwäche wurden die geschwächten Anteile durch eine spezielle, chirurgische Technik gedoppelt und damit verstärkt. Die Ursache des Leidens, nämlich das schwache Bindegewebe, wurde mit dieser OP-Technik jedoch nicht beseitigt und die Wahrscheinlichkeit, dass erneut ein Bruch im Laufe der Zeit auftrat, war sehr groß. Erst nachdem verträgliche Kunststoffnetze als Implantate entwickelt wurden, die sich zum größten Teil nach der Durchsetzung mit Bindegwebe auch wieder auflösten, waren die Kurz- und Langzeitergebnisse deutlich besser.

Das „Lokale Gesundheitsforum“ konnte für diese Veranstaltung bei der Themenstellung „Der Weg zur sicheren Hernienversorgung, immer narbig?“ mit Herr Prof. med. Friedrich Kallinowski eine anerkannte Kapazität auf diesem Fachgebiet als Referent gewinnen. Prof. med. Kallinowski, der im Frühjahr diesen Jahres aus Hamburg-Harburg als Chefarzt nach Heppenheim berufen wurde, hat sich als Allgemein- und Viszeralchirurg viele Verdienste speziell auch im Bereich der Bruchversorgung erworben. In Hamburg-Harburg, seiner alten Wirkunsstätte, und der technischen Universität Hamburg wurden intensiv Implantatmaterialien getestet. Von über 80 verschiedenen Implantaten hat sich dann herausgestellt, dass nur zwei den kritischen Anforderungen für eine optimale Versorgung der Hernien genügten.

Seine neue Wirkungsstätte, das Krankenhaus Heppenheim, wurde bezüglich der Hernienenoperationen zertifiziert. Um eine solche Zertifizierung „Hernienzentrum“ zu erhalten, ist pro Operateur eine entsprechend hohe Zahl an Hernienoperationen nachzuweisen. Die Operationen werden nach Qualität beurteilt. Auch sollte das Wiederauftreten eines Bruches (Rezidiv) prozentual unter der Zahl 1 liegen. Nur wenige Krankenhäuser erfüllen diese Kriterien und erhalten das Gütesiegel „Zertifiziertes Hernienzentrum“.

Der Referent ist für eine solches Hernienzentrum ein Glücksfall, da er durch seine große operative Erfahrung und die Grundlagenforschung in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Hamburg Methoden und Materialien getestet hat, die ein Rezidiv sehr unwahrscheinlich machen. Herr Prof. Kallinowski wird in seinem Vortrag auch die Problematik und die Ursachen des Bruchleidens ansprechen. Das Kreiskrankenhaus Heppenheim bietet übrigens auch eine spezielle Herniensprechstunde an, wo die betroffenen Patienten ausführlich untersucht und beraten werden.

Im Anschluss besteht für das Publikum wieder die Möglichkeit, Fragen an den Referent und den Moderator zu stellen. Der Eintritt zur Veranstaltung ist wie immer frei.

Das lokale Gesundheitsforum ist ein gemeinsames Projekt der Volkshochschule Lampertheim und GALA e.V. Gesundheitsnetz der Ärzteschaft Lampertheims. In Kooperation werden hier seit 1998 Vorträge, Themen und Aktivitäten angeboten, die sich mit dem Begriff Gesundheit beschäftigen. Ein Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern aktuelle Informationen über bestimmte Krankheitsbilder zu geben und deren Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Mit dieser Zusammenarbeit wollen die Organisatoren ein Stück dazu beitragen, dass im Gesundheitsbereich Informationen kompetent auf lokaler und persönlicher Ebene weiter getragen werden. Die Veranstalter hoffen, dass durch das “Lokale Gesundheitsforum” der Kontakt Arzt und Patient vertieft und verbessert werden kann. Gleichzeitig kann damit ein Beitrag zur besseren Prophylaxe, also zur Vorbeugung von Krankheiten erreicht werden. 


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