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Müllkampagne zur Bekämpfung des wilden Mülls und Hundekots

Die Stadt Lampertheim sagt dem wilden Müll den Kampf an! Eine Kampagne für das ganze Jahr 2022 wurde aufgelegt und am Dienstag, den 19.09.2021 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im Rahmen von KOMPASS (KOMmunalProgAmmSicherheitsSiegel) wurde die Kampagne gemeinsam mit den Technischen Betriebsdiensten ins Leben gerufen, da wilder Müll und unsaubere Flächen automatisch das Sicherheitsgefühl mindern. Zudem verlocken unsaubere Orte oft dazu, noch mehr Müll abzustellen und den Haufen weiter wachsen zu lassen. 

Auch die vielen "Tretmienen" die unsere Freunde die Vierbeiner auf den Straßen und Gehwegen hinterlassen, entwickeln sich immer mehr zum Problem, wenn Hundebesitzer diese nicht wegräumen. 

Um mehr Aufklärung und Sensibilisierung zu erreichen, wurde eine Kampagne entwickelt, die sich der einzelnen Themen intensiv widmet. 

Zum Start der Kampagne wurde auf dem Europaplatz ein Müllberg aufgeschüttet, dessen Inhalt eine Tagesfuhr der innerstädtischen Abfallbehälter enthielt und ein Anhänger voll wildem Müll, der an diesem Morgen eingesammelt wurde:


Dieser Müllberg entstand durch eine Tagesfuhre mit dem Müllauto der Technischen Betriebsdienste bei der Leerung der innerstädtischen Abfallbehälter und ein Anhänger voll "wildem Müll" der in Lampertheimer Grünflächen oder an den Abfallbehältern illegal abgestellt wurde. 

Die Stadtverwaltung hat in diesem Jahr von Januar bis Oktober bereits 46.000,00 € ausgeben müssen, um  illegal abgestellten wilden Müll einzusammeln und zu entsorgen.  

Für das Leeren der Abfallbehälter wurden von Januar bis Juli diesen Jahres bereits 42.000,00 € ausgegeben und es fielen 800 Arbeitsstunden an. 

Geld das letzten Endes dem Steuerzahler zur Last fällt und an anderen Stellen fehlt.


Übersicht über die einzelnen Maßnahmen

Mülldetektiv

Um es Abfallsündern, die ihren Müll illegal einfach irgendwo abstellen, nicht ganz so leicht zu machen, wird dieser immer mal wieder untersucht, um den Verursacher zu finden. Wenn der Verursacher ermittelt werden kann, erfolgt zunächst ein Aufklärungsgespräch und es wird die Möglichkeit gegeben, den Müll wieder zu entfernen. Sollte dies nicht passieren, drohen je nach Aufwand und Müllmenge hohe Bußgelder. Um diese Aufgabe kümmert sich vor allem Daniel Degen, Mitarbeiter der Ordnungsbehörde. 

Vom 01.01.2021 bis Oktober 2021 wurden ca. 170 Bauhofaufträge zur Entsorgung erteilt.

Hinzukommen zahlreiche Meldungen über Telefon, Meldungen über abgeladenen Sperrmüll und durch die Polizei durch O-Ämter die an die Gemarkung angrenzen usw. Auch der Bauhof und unser Außendienst melden stetig Müllablagerungen. Diese werden überprüft und ggf. weitere Maßnahmen eingeleitet. 


Umweltaktivistin Marie-Luise Volkmann

Müllberg Europaplatz Bild: Hannelore Nowacki

Marie-Luise Volkmann (rechts im Bild) ist 11 Jahre alt und besucht das Lessing-Gymnasium. Seit 2018 sammelt sie auf ihrem Schulweg und auf ihrem „Gassi-Weg“  täglich den Müll ein. Ausgestattet ist sie mit einer Tasche, die sie mit ihrem Logo bemalt hat, einer Greifzange, Handschuhen und Desinfektionsmittel.

Bislang hat sie den gesammelten Müll gemeinsam mit den Eltern über den eigenen Hausmüll oder den Wertstoffhof entsorgt.

Ihr Ziel ist eine saubere Welt für sich und später auch mal für die eigenen Kinder. Am meisten ärgert sie sich über die vielen Masken, die sie aufliest. Diese würde sie auch gerne mal über einen bestimmten Zeitraum hinweg sammeln und an einer Leine demonstrativ aufhängen.
Ihre spektakulärsten Funde waren bisher ein Sonnenschirm mit Liege und Picknickdecke und 61 Flaschen kleinen Mini-Schnaps (an einem Tag). In ihrem täglichen Sammelgang, kommen meist 2 Mülltüten voll zusammen.

Saubere Gemarkung und Sauberhaftes Hessen

Für 2022 sind 3 Aktionstage zum säubern in der Lampertheimer Gemarkung vorgesehen. 

Im Frühjahr findet der Aktionstag "Saubere Gemarkung" statt, bei dem hauptsächlich Lampertheimer Vereine aber auch Lampertheimer Bürger*innen teilnehmen.

Zudem ist die Teilnahme an den beiden Aktionstagen "Sauberhafter Kindertag" und "Sauberhafter Schulweg" geplant. Hierzu werden Kindergärten und Schulen zum Mitmachen eingeladen. Die Ordnungsbehörde wird die Aktion gemeinsam mit den Technischen Betriebsdiensten unterstützen. 

Kreidekreise

Die Schulen und Kindergärten werden eingeladen, alle Kaugummis die im Umkreis der Schule/Kindergarten auf der Straße kleben mit Kreidekreisen zu umranden, um für mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu sorgen. Das pinke Markierungsspray, dass dafür in den Einsatz kommt hält ein knappes Jahr. 

Müll-Fundstück des Monats

Das Spektakulärste Müll-Fundstück des Monats wird auf einem öffentlichen Platz ausgestellt. Hierzu wird die Presse eingeladen und das Fundstück des Monats präsentiert, um das Thema immer öffentlichkeitswirksam und präsent zu halten.

Printmedien

Für die Öffentlichkeitsarbeit, wird ein Logo kreiert und eine Werbekampagne aufgelegt. Wir werden großflächige Hinweise an markanten Plätzen aufhängen und in begleitenden Handzetteln themenbezogen aufklären über:


  • Verrottungszeiten,
  • Mülltrennung
  • Müllentsorgung
  • Zahlen, Daten und Fakten zu Lampertheim und vor allem den Steuergeld-Summen die dafür aufgewendet werden müssen
  • Verwarngeld-Summen für wilden Müll, Zigarettenkippen und Verpackungstüten
  • die Arbeit des Mülldetektivs 
  • Meldungen von Müll 

Hundekot

Für die Hundekot-Problematik werden eigene Plakate gestaltet, die darauf hinweisen, dass die Hundetoiletten zu benutzen sind, der Hundekot weggemacht werden muss und die Bußgeldsummen bei Missachtung. Alle Hundetoiletten selbst erhalten ein Plakat mit dem Hinweis, dass die Hundehalter für das Einsammeln des Kots verantwortlich sind. Außerdem sollten alle Hundebesitzer mit entsprechenden Infos angeschrieben werden. 

Plakatausstellung

Geplant ist, gemeinsam mit Schüler*innen der Grundschulen / Kindergärten eine Plakatausstellung zu schaffen, die zeigt wie sich die Kinder ihre Stadt in Bezug auf Müll und Sauberkeit wünschen und wie sie tatsächlich aussieht. Diese Ausstellung wird dann wandern und an verschiedenen Orten ausgestellt. 

Schulbesuch beim ZAKB

Für Schüler*innen der weiterführenden Schulen ist geplant, das Thema Müll im Unterricht zu behandeln und im Anschluss LIVE vor Ort eine Besichtigung im ZAKB zu machen, um die Jugendlichen für das Thema zu sensibilisieren.

K1 Live Bericht

3 Stunden mit K1

(Erfahrungsbericht der Mitarbeiterin Katja Stotz / 03.08.2021)

K1 – das städtische Müllsammelfahrzeug der Technischen Betriebsdienste, das zum routinemäßigen Leeren der Mülleimer im gesamten Stadtgebiet und für die Abfuhr von Müll der Sammelstellen benutzt wird. Der Fahrer Sergej – ein absolutes ORIGINAL – der mich über alle Maße beeindruckt hat.

7:30 Uhr: Fahrer Sergej ist gerade dabei rund um die Domkirche die städtischen Mülleimer zu leeren, während er mich mit einsammelt, um meine Foto-Tour durch Lampertheim zu beginnen. Er wirkt auf mich sehr freundlich und zuvorkommend und man merkt ihm deutlich die Scham an, bei seiner Müll- Tour eine „Dame“ mitzunehmen. Doch schnell kommen wir ins Gespräch und er erklärt mir die verschiedenen Touren, die er abfährt.

Montags, mittwochs und freitags hat er für die Mülleimer in der Innenstadt, die Mülleimer an den Glascontainern, der Natostraße und am Parkplatz am Biedensand vorgesehen. Außerdem fährt er noch all die Aufträge ab, die durch Meldungen von Bürgern über den Mängelmelder, die technischen Betriebsdienste oder die Ordnungsbehörde dazukommen. Viel Zeit zum Plaudern bleibt allerdings nicht. Sehr schnell stelle ich fest, dass ich alle Mühe habe, mit Sergej Schritt halten zu können. Mit einem Affenzahn läuft er bewaffnet mit dem Müllsack von Mülleimer zu Mülleimer und leert diese nach und nach aus. Es macht mir große Mühe, immer vor ihm am Mülleimer zu sein, um mein Foto zu machen, während es für ihn ein leichtes zu sein scheint, sich auf dem Weg zum Mülleimer noch nach jedem Müll – und sei er noch so klein und belanglos – zu bücken, um ihn aus dem Stadtbild zu verbannen.

Den Dienstag und Donnerstag widmet die eifrige Ameise dann noch den Stadtteilen, Friedhöfen und der Müllentsorgung. Ein harter Job, bei dem ich mir meine Entrüstung verkneifen muss, wenn ich beobachte, wie Sergej seine Hände tief in die Mülltonnen vergräbt, Glasscherben aufliest und mit dem Laubbläser den Dreck aus jeder noch so kleinen Ecke rausbläst. Und das zu einem Gehalt, für das so manch einer nicht mal Arbeiten gehen würde. Doch er verzieht keine Miene. Im Gegenteil, mit einem Augenzwinkern erzählt er mir sogar, wie gerne er seine Arbeit macht, weil sie ihn fit und gesund hält und er sogar schon angefragt hätte, über das Rentenalter hinaus weiterarbeiten zu können.

Auf der gemeinsamen Tour begegnet mir immer wieder dasselbe Szenario: übergelaufene Mülleimer, die dann dazu einladen nochmal eben schnell seinen Hausmüll oder Bioabfall von zu Hause dazu zu stellen. An manchen Stellen kommt es mir vor wie „Müll-Tetris“, bei dem die Herausforderung war: Wieviel kann ich noch drauf stapeln, ohne dass es zusammenfällt.

Bei den Glascontainern geht es nahezu auf Null, einen zu finden, bei dem nicht noch ein paar Säcke Müll, Geschirr oder Sperrmüll dazugestellt werden. Seltsam, vielleicht heißt das Wort „Glas“ ja in anderen Sprachen „allgemeiner Müllabstellplatz“, anders ist dieses Verhalten schwer zu erklären.

Jetzt, während ich richtig darauf achte, kommt es mir so vor als wäre die ganze Stadt voll mit diesen Mülleimern und wir würden noch ewig brauchen, um diese alle zu leeren…. obwohl ich mich schon oft ärgerte, wenn ich unterwegs war und ewig keinen fand, um meinen Eisbecher zu entsorgen. Echte Ironie, wenn ich jetzt sehe, dass der nächste Mülleimer sogar schon in unmittelbarer Sichtweite ist, während wir leeren. Während ich beobachte, wie Sergej sich gefühlt alle zwei Sekunden bückt, um etwas aufzuheben wird mir richtig bewusst, wie achtlos man doch mit allem umgeht und wie wenig man darüber weiß, wieviel Arbeit und wieviel Kosten es verursacht, wenn man sein Kaugummipapier einfach fallen lässt. Ein Thema, das unbedingt an die Lampertheimer herangetragen werden muss.

10:00 Uhr: Sergej setzt mich wieder an meiner Wirkstätte ab und bedankt sich bei mir für mein Interesse. Ein seltsames „Danke“ für mich, da ich das Gefühl habe tief in seiner Schuld zu stehen. Wenn man bedenkt, dass er sich in einer ganzen Stadt dafür einsetzt, dass sich jeder wohl fühlen kann, indem er alles sauber hält. Erschöpft kehre ich zurück an den Schreibtisch und frage mich neidisch, wieviel er wohl Essen kann am Tag, bei diesem verrückten Tempo und der Vielzahl an Schritten. Jeder Schrittzähler würde jubeln. Auch während der Tour wurde ich von Schuldgefühlen geplagt. Immer wieder bat ich um Handschuhe und Müllsack um bei dem Treiben mitanzupacken. Doch Sergej wurde beinahe sauer und gab mir deutlich zu verstehen, dass er das nicht möchte. Ein Gentleman der alten Schule, der Müllentsorgung ganz deutlich in der Kategorie Männerarbeit einsortiert.

Am nächsten Tag bringt mir Sergej dann seinen Zettel vom ZAKB ins Büro – 1,42 Tonnen Müll hätten wir an diesem Vormittag zusammen bekommen. Nun würde er sich aufmachen zum nächsten Glascontainer. An diesem hätten sich wohl einige Matratzen dazugesellt.

Ihr Ansprechpartner

Stotz-Sen, Katja

Fachdienst 30-1 - Verkehr und Gewerbe

Haus am Römer, Zi. 310
Domgasse 2
68623 Lampertheim
06206 935-455
06206 935-330
E-Mail

Uhrig, Jannik

Fachdienst 70-1 - Kaufm. Rechnungswesen, Grün- und Projektplanung

Baubetriebshof, 1. OG
Industriestraße 33
68623 Lampertheim
06206 94990-26
06206 94990-92
E-Mail

Degen, Daniel

Fachdienst 30-2 - Sicherheit und Ordnung

Haus am Römer, Zi. 308
Domgasse 2
68623 Lampertheim
06206 935-292
06206 935-330
E-Mail

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