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Vollmachten, gesetzliche Betreuung

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung

Ein Unfall, eine schwere Krankheit oder starke Demenz können unvorhergesehen dazu führen, nicht mehr selbst über das eigene Schicksal entscheiden zu können. Für diese Fälle lässt sich vorsorgen. Schriftliche Verfügungen können sicherstellen, dass andere Menschen im eigenen Sinne entscheiden oder zumindest eine Person des Vertrauens dies tun kann.

Es bestehen drei Möglichkeiten:

Patientenverfügung:
In einer Patientenverfügung können Sie für den Fall Ihrer Entscheidungsunfähigkeit im Voraus festlegen, ob und wie Sie in bestimmten Situationen ärztlich behandelt werden möchten. Diese Verfügung wird bei schwerster aussichtsloser Erkrankung in der letzten Lebensphase wirksam.

Vorsorgevollmacht:
In der Vorsorgevollmacht beauftragen Sie mindestens eine Person Ihres Vertrauens, die im Fall der eigenen Entscheidungs- und Handlungsunfähigkeit in den Bereichen Aufenthalt, Gesundheit und Vermögensdisposition in Ihrem Auftrag rechtswirksam handelt.
Dies ist umso wichtiger, da es kein automatisches Vertretungsrecht für Angehörige oder Ehegatten gibt. Betrifft Ihre Vorsorge Immobilien- und Grundstücksangelegenheiten muss sie notariell beurkundet werden.

Betreuungsverfügung:
In einer Betreuungsverfügung benennen Sie eine Person Ihres Vertrauens für den Fall, dass das Vormundschaftsgericht wegen eigener Entscheidungs- und Handlungsunfähigkeit einen gesetzlichen Betreuer einsetzen muss. Wenn Sie keine Person Ihres Vertrauens benennen können, ist es Ihnen möglich, in der Betreuungsverfügung Wünsche und Handlungs-anweisungen verbindlich festzulegen. Ihre Betreuungsverfügung können Sie bei Ihrem zuständigen Amtsgericht hinterlegen.

Hinweis:
Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung sollten Namen und Anschrift der/s Bevollmächtigten enthalten und mit Datum und Unterschrift versehen sein. Die Unterschrift sollte jährlich erneuert werden. Änderung und Widerruf sind für Sie jederzeit möglich. Die Formulare sollten so hinterlegt werden, dass sie im Notfall zugänglich sind (Hausarzt, Bevollmächtigte/r oder bei Ihnen). Legen Sie einen Zettel zu Ihrem Personalausweis, auf dem vermerkt ist, dass es eine Vollmacht gibt und wer im Notfall anzusprechen ist.Sobald sich an der eigenen Lebenssituation etwas grundlegendes ändert, sollten neue Verfügungen verfasst werden!

Betreuungsvereine

Aufgaben eines Betreuungsvereines sind :

Informationen zu den Themen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung
Gewinnung, Begleitung und Fortbildung von ehrenamtlichen Betreuern und Bevollmächtigten
Übernahme von gesetzlichen Betreuungen

Caritas-Betreuungs-Verein im Kreis Bergstrasse e.V.
Bensheimer Weg 16
64646 Heppenheim
Tel.: 0 62 52 990128
Fax: 0 62 52 990131
Homepage


Betreuungsstelle des Kreises Bergstrasse
Haus der Gesundheit
Kettelerstr. 29
64646 Heppenheim
Tel.:0 62 52 / 15 58- 29,- 60,- 59,- 57
Fax: 0 62 52 / 15 58 88
Homepage

Musterformulare erhalten Sie auch vom Bundesministerium der Justiz und von der Hessischen Verbraucherzentrale unter Tel.: 01805 / 97 20 10.

Weitere nützliche Internetadressen :

Landesärztekammer Hessen
Justizministerium Hessen

Testamentsfragen

Sie möchten im Todesfall Ihr Vermögen anders verteilen, als es nach dem Gesetz vorgesehen ist? Dann empfiehlt es sich, ein Testament zu errichten.

Für das Testament gelten strenge Formvorschriften. Werden diese nicht beachtet, ist es ungültig. Der gesamte Text des Testaments muss von Ihnen handschriftlich verfasst und mit Datum und Unterschrift versehen sein. Es ist nicht möglich (wenn das Testament gültig sein soll), den Text mit der Schreibmaschine zu schreiben oder ihn einer Person zu diktieren.

Um eine präzise Formulierung und eine Ihrem Willen vollständig entsprechende Regelung zu gewährleisten, ist zu empfehlen, die Beratung und Beurkundung durch einen Notar in Anspruch zu nehmen. Jedes Testament, auch eines, das Sie ohne die Hilfe eines Notars geschrieben haben, kann übrigens gegen eine Hinterlegungsgebühr beim Amtsgericht zur amtlichen Verwahrung hinterlegt werden.

Gerichte

Amtsgericht Lampertheim
Bürstädter Straße 1
68623 Lampertheim
Tel.: 06206 1808-0
Fax: 06206 1808-130
Homepage

Zuständigkeitsbereich:

  • Lampertheim
  • Biblis
  • Bürstadt
  • Groß-Rohrheim
  • Viernheim

Prozesskostenhilfe

Im täglichen Leben kann es vorkommen, dass rechtliche Probleme auftreten, bei denen ein fachlicher Rat nötig ist, etwa bei Schadensersatzforderungen, Mietstreitigkeiten oder Erbschaftsangelegenheiten. Nicht jeder ist finanziell in der Lage, sich hierfür einen Rechtsanwalt zu nehmen.

Deswegen besteht die Möglichkeit im Rahmen des Prozesskostenhilfegesetzes und des Beratungshilfegesetzes einen Antrag auf Übernahme der Prozesskosten bzw. Rechtsanwaltskosten zu stellen. Die beabsichtigte Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung muss hinreichend Aussicht auf Erfolg haben und darf nicht mutwillig sein.

Es gibt folgende Möglichkeiten:

  • Sie gehen zu einem Rechtsanwalt Ihres Vertrauens, der für Sie einen Antragauf Prozesskostenhilfe stellt und der Sie dann juristisch vertritt.
  • Sie stellen selbst beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Prozesskostenhilfe.

Amtsgericht Lampertheim
Bürstädter Straße 1
68623 Lampertheim
Tel.: 06206 1808-0
Fax: 06206 1808-130
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Sprechzeiten:
Mo.-Fr. 08:00 - 12:00 Uhr