04.08.2026
Stadt informiert über derzeitige Herausforderungen
Die Biedensand Bäder Lampertheim GmbH kämpfen seit geraumer Zeit mit technischen und tierischen Herausforderungen. Daher möchte die Stadtverwaltung, in die die Bäder zurückgeführt werden, transparent über die aktuelle Situation informieren.
„Zu aller erst ist es aber angebracht, dass wir uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern sowie Gästen unserer Bäder für die aktuellen Zustände entschuldigen“, erklärt Bürgermeister Alexander Scholl. „Alle Beteiligten versuchen in der derzeitigen Situation bestmöglich den Betrieb des Freibads mit allen aufgetretenen Herausforderungen aufrechtzuerhalten. Mein besonderer Dank geht dabei an das Bäderpersonal.“
Wasserqualität
Die aktuelle Situation hat keinerlei Auswirkungen auf die Wasserqualität in den Schwimmbecken. Diese werden regelmäßig beprobt und die Ergebnisse dem Gesundheitsamt des Kreises Bergstraße übermittelt. Auch wenn der Anblick von Algenbildung auf dem Beckenboden nicht schön ist, das Schwimmen in den Becken ist aus gesundheitlicher Perspektive unbedenklich. Dies bestätigt auch das Gesundheitsamt.
Der Badesee wurde in diesem Jahr zum sechsten Mal in Folge vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie mit dem Prädikat „Ausgezeichnete Qualität“ eingestuft. Während der Saison wird er mindestens einmal pro Monat erneut beprobt.
Technik
Die Technik der Biedensand Bäder stellt die größte Herausforderung dar, da sie zum einen in die Jahre gekommen ist und zum anderen die technische Seite bei der Sanierung nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Die Folgen zeigen sich in der aktuellen Freibadsaison erstmals. Eine vermutlich nicht ausreichende Durchströmung des Beckens führt aktuell zur Algenbildung im Schwimmerbecken. Auch hier hat das Gesundheitsamt des Kreises aber keine Beanstandungen bezüglich der Wasserqualität gemacht. „Hier gilt es gemeinsam mit den politischen Gremien zu entscheiden, welche Investitionen kurz- und mittelfristig notwendig sind, um künftig einen zuverlässigen Betrieb der Bäder zu gewährleisten“, erläutert Stefan Nickel, seit 1. August 2026 Geschäftsführer der Bäder.
Nichtschwimmerbecken
Am Samstagmorgen (01.08.) musste das Nichtschwimmerbecken aufgrund einer unklaren, grünlichen Eintrübung des Wassers bis auf weiteres für den Badebetrieb geschlossen werden. Die Ursache ist mutmaßlich auch technisch begründet. Vom Wasser wurden am Montag (03.08.) durch das Gesundheitsamt des Kreises Bergstraße Proben genommen – im Übrigen auch von allen anderen Becken sowie vom See. Die Ergebnisse stehen aktuell noch aus.
Tiere
Bereits 2022 und 2023 wurden Nutrias im Bereich des Badesees auf dem Gelände der Biedensand Bäder gesichtet. In diesem Jahr scheinen sich die Tiere allerdings endgültig an ihre neue Umgebung gewöhnt zu haben, wechseln sie doch mittlerweile ohne große Scheu zwischen See und Schwimmerbecken. Durch die Tiere wurde bereits zweimal der Saugroboter beschädigt, der nachts die Becken reinigt. Die größte Problematik dieser invasiven Art liegt aber in ihrem Bauverhalten. Nutrias leben in Höhlen und können mit dem Bau dieser vor allem Deiche und Wege instabil werden lassen. Die Vertreibung der Nager ist dabei alles andere als einfach. Nutrias gelten als Wildtiere. Daher ist es nur in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden erlaubt, die Tiere zu vertreiben. Meistens passiert dies über Lebendfallen.
Nilgänse haben die Bäder bereits 2018 vor große Herausforderungen gestellt. Alle damaligen Vergrämungsaktionen – von akustischer Abwehr bis hin zu optischen Hilfen – blieben ohne Erfolg. Die anpassungsfähigen Tiere werden schnell gegen einzelne Reize immun. Und auch eine Bejagung ist aktuell nicht möglich, da das Bad befriedetes Gelände ist und damit kein Jagdgebiet. Hier benötigt es explizite Genehmigungen, damit Abschüsse erfolgen dürfen.
Beide Tierarten profitieren von den Gegebenheiten in den Biedensand Bädern. Ein Badesee mit rund 4 Hektar Wasserfläche, zwei große Becken und ein weitläufiges, parkähnliches Gelände. Dazu noch das Naturschutzgebiet Lampertheimer Altrhein mit dem Biedensand in unmittelbarer Nachbarschaft sowie weitläufige landwirtschaftliche Flächen im Süden Richtung Mannheim. Alles ideale Voraussetzungen, um sich dauerhaft niederzulassen.
Zerkarien
Vor einigen Wochen hatte ein Badegast des Sees dem Aufsichtspersonal der Bäder einen Hautausschlag gemeldet. Dies wurde entsprechend dokumentiert und auch dem Gesundheitsamt gemeldet. Da der See aktuell eine erhöhte Population an Nilgänsen aufweist und diese als Wasservögel ein Endwirt für Zerkarien sind, liegt die Vermutung nahe, dass die Zerkarien-Belastung des Sees auf die Nilgänse zurückzuführen ist. Die Würmer können in natürlichen Süßgewässern auftreten und sind kein Hinweis auf eine schlechte Wasserqualität. Der durch sie ausgelöste Hautausschlag ist zwar unangenehm, aber nicht gefährlich.
Aufgrund des gemeldeten Hautausschlags weisen die Biedensand Bäder alle Gäste vorsorglich über einen Aushang auf die Gefahr von Hautreizungen sowie auf Verhaltensweisen hin. Auftretende Beschwerden von Besuchern werden aufgenommen. Eine Sperrung des Sees ist nicht erforderlich.
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