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Stadtteil Neuschloß

Durch die Bergsträßer Pfandschaft gelangte Kurfürst Friedrich I. (1449-1476) von der Pfalz im Jahre 1463 in den Besitz des Waldgebietes Wildbann (Wildbahn). Vermutlich in den Jahren 1463 bis 1468 (die erste Urkunde ist 1468 hier ausgestellt) entstand in der Nähe dreier damals wichtiger Straßenverbindungen das kurpfälzische Jagdschloss Friedrichsburg, oder wie es bald in den Urkunden genannt wurde, das „Neue Schloß“. Friedrich I. sicherte sich im Jahre 1474 das Fischwasser im „Krähenbruch“ auf Teilen der Gemarkungen Seehof und Hüttenfeld, damals Eigentum der Lampertheimer Kirche, um dort einen See, den Lorscher See, anzulegen. Die darin gezüchteten Fische bereicherten den kurfürstlichen Speiseplan und dienten zur Verpflegung des Kurfürsten und seiner Jagdgesellschaften, die immer wieder in Neuschloß stattfanden. Neuschloß fiel im Jahre 1803 an Hessen, nachdem es 1705 wieder uneingeschränkter Besitz des Bischofs von Worms geworden war und seit diesem Zeitpunkt von Lampertheim als Steinbruch benutzt wurde. Das dazugehörende Ackerland wurde zunächst wie bisher an Beständer (Pächter) verpachtet.

Die Gemeinde Lampertheim kaufte das Schlossfeld im Jahre 1808. Von 1829 bis 1927 nahm auf dem ehemaligen Schlossgelände die Chemische Fabrik Neuschloß ihre Produktion auf. Den 1927 erfolgten Abriss der Fabrikationsanlagen hat neben der ehemaligen Kantine und dem Direktionsgebäude nur der schon zum Schloß gehörige Wirtschafts- und Beamtenbau überdauert. Es bildet heute den Rest jener vor bald 550 Jahren entstandenen prächtigen Anlage, die letztmals im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden war, und danach nicht wieder aufgebaut wurde. Die Gemeinde Lampertheim hat das Gebäude schließlich übernommen und Wohnungen darin eingerichtet. Auf dem alten Schlossgelände ist seit 1950 eine Siedlung entstanden, die in den folgenden Jahrzehnten in mehreren Bebauungsphasen erweitert wurde. In der ersten Bebauungsphase in der Nachkriegszeit beschäftigte sich niemand mit den Hinterlassenschaften der Chemischen Fabrik, da man froh war, in Neuschloß eine neue Heimat gefunden zu haben. Anfang der neunziger Jahre stellte sich jedoch heraus, dass im Bereich des ehemaligen Betriebsgeländes eine Vielzahl von Flächen existiert, welche erhebliche Bodenverunreinigungen aufwiesen, die seit 2003 aufwendig saniert werden mussten. Das Ende der Altlastensanierung wurde im September 2011 mit einem dreitägigen Bürgerfest auf dem Schlosshof begangen.

Heute ist Neuschloß ein Stadtteil mit über 1.400 Einwohnern. Der neue Waldfriedhof der Stadt Lampertheim, nahe bei Neuschloß gelegen, wurde im November 1984 seiner Bestimmung übergeben.

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