Freizeit & Kultur

Lokales Gesundheitsforum: Schlafapnoe

Datum: Donnerstag, 27.04.2017 Veranstaltungsort: Römerstr. 102, 68623 Lampertheim, Stadthaus, Sitzungssaal
Veranstalter: Volkshochschule Lampertheim
Veranstaltung
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Uhrzeit: 19:30 Uhr Eintrittspreis: frei

Wenn dem Schlaf der Atem stockt


Lokales Gesundheitsforum: Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS): Wenn dem Schlaf der Atem stockt

10 Jahre Selbsthilfegruppe Schlafapnoe, Atemstillstand Kreis Bergstraße, Lampertheim und Umgebung, SHGL

Die Selbsthilfegruppe Schlafapnoe, Atemstillstand Kreis Bergstraße, Lampertheim und Umgebung (SHGL), GALA e.V., das Gesundheitsnetz der Ärzteschaft Lampertheim und die Volkshochschule Lampertheim bieten im Rahmen des „Lokalen Gesundheitsforums“ am Donnerstag, den 27.04.2017 um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Stadthauses die nunmehr 89. Veranstaltung der Reihe an. Vor dem Vortrag ab 18.30 Uhr besteht für Interessierte auch noch die Möglichkeit, eine Produktausstellung mit Hilfsmittel und Therapiegeräte für Schlafapnoepatienten in Augenschein zu nehmen.

In diesem Jahr kann die Schlafapnoe-Selbsthilfegruppe (SHG) im Kreis Bergstraße mit ihrer SHG Lampertheim auf ihr 10-jähriges Bestehen zurückblicken. Sie ist eine von drei SHG, die zu dem Schlafapnoe-Kompetenz-Zentrum (Lampertheim-Bensheim-Viernheim) zählt. Mittlerweile werden über 800 Betroffene dieser chronischen Krankheit im Kreis Bergstraße betreut.

Aufgaben und Ziele der SHG sind die regelmäßige Aufklärung über das Schlafapnoe-Syndrom, Hilfe zur Selbsthilfe durch Erfahrungsaustausch mit Betroffenen, Zusammenarbeit mit Fachärzten, Schlaflaboren, Geräteherstellern und anderen SHG.

Aus diesem Anlass hat die SHG Prof. Dr. med. Karl Hörmann, Direktor der Universitäts-HNO-Klinik Mannheim eingeladen. Sein Vortrag lautet: „Wenn dem Schlaf der Atem stockt“. Zu seinem Arbeitsgebiet gehört das schlafmedizinische Zentrum (Schlaflabor) der UMM (Universitätsmedizin Mannheim) mit 30 Polysomnographieplätzen (Akkreditiert durch die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, DGSM). Das sind die meisten Schlaflaborplätze in unserem heimatlichen Umfeld.

Die Moderation des Abends übernimmt der Lampertheimer Facharzt für Innere Medizin Dr. med. Karl-Wilhelm Klingler.

64% der erwachsenen Männer und 52 % der erwachsenen Frauen schnarchen. Das kann für den Partner nervend und störend sein. Schnarchen ist für den Betroffenen meist Symptom für schlafbezogene Atemstörungen durch verengte Atemwege. Lautes und unregelmäßiges Schnarchen deutet in der Regel auf eine obstruktive Schlafapnoe hin.

In Deutschland sind schlafbezogene Atemstörungen weit verbreitet. Etwa 4% der Männer und 2% der Frauen zwischen 40 und 70 Jahren haben ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) und leiden besonders darunter. Die Tendenz ist zunehmend. Aber auch jüngere Menschen sind betroffen. Man kann von rund 4,5 Millionen Betroffenen ausgehen. Viele wissen gar nicht, dass sie davon betroffen sind. Deutliche Indikatoren sind, wenn lautes, unregelmäßiges Schnarchen durch Atemstillstände (Apnoen) von mehr als zehn Sekunden Dauer unterbrochen wird. Bei dieser folgenschweren Erkrankung stockt dem Betroffenen mindestens zehn Mal pro Stunde der Atem. Solche Atmungsblockaden können bis zu 600 Mal pro Nacht auftreten – ein permanenter Wechsel zwischen möglichem Ersticken und Erschrecken. Die Ursachen liegen in einer im Schlaf stattfindenden übermäßigen Erschlaffung der den Rachen umgebenden Muskulatur. Das führt zu einer Verengung und bei der Einatmung schließlich zum Verschluss der Atemwege.

Die den Apnoen folgenden Weckreaktionen (Beinahe-Erwachen) zerstören die geordnete Schlafstruktur. Tief- und REM-Schlafphasen, die für einen erholsamen Schlaf absolut notwendig sind, bleiben fast vollständig aus. Die Folge ist eine exzessive Tagesmüdigkeit, Leistungsminderung und Beeinträchtigung von Sozialleben und Partnerschaft bis hin zu Krankheitsformen, die Hirn, Herz und Kreislauf beeinflussen.

Die Symptome sind vielfältig: Ständige Müdigkeit und Einschlafzwang am Tag, Konzentrationsschwäche sowie eine verminderte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Aber auch Symptome wie Nervosität und Gereiztheit, morgendliche Kopfschmerzen, Alpträume, Depressionen und sexuelle Störungen, usw. können Schlafapnoe als Ursache haben.

Besonders Menschen mit Übergewicht gehören zu den Risikogruppen. Zu den Faktoren, die das Risiko einer Erkrankung verstärken, gehören neben Rauchen, Alkoholgenuss und üppige Mahlzeiten am Abend, Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie unregelmäßige Schlafzeiten.

Die passende Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Schlafapnoe und dem subjektiven Empfinden des Patienten. Bei einem ausgeprägten Schlafapnoe-Syndrom benötigt der Betroffene eine Atemhilfe mit kontinuierlicher Überdruckbeatmung durch die Nase. Die Kosten für Folgeerkrankungen chronischer Schlafstörungen schätzen Experten heute auf 10 Milliarden Euro, Tendenz zunehmend.

Im Anschluss an den Fachvortrag besteht für das Publikum wieder die Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu stellen. Der Eintritt zur Veranstaltung ist wie immer frei.

Das lokale Gesundheitsforum ist ein gemeinsames Projekt der Volkshochschule Lampertheim und GALA e.V. Gesundheitsnetz der Ärzteschaft Lampertheims. In Kooperation werden hier seit 1998 Vorträge, Themen und Aktivitäten angeboten, die sich mit dem Begriff Gesundheit beschäftigen. Ein Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern aktuelle Informationen über bestimmte Krankheitsbilder zu geben und deren Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Mit dieser Zusammenarbeit wollen die Organisatoren ein Stück dazu beitragen, dass im Gesundheitsbereich Informationen kompetent auf lokaler und persönlicher Ebene weiter getragen werden. Die Veranstalter hoffen, dass durch das “Lokale Gesundheitsforum” der Kontakt Arzt und Patient vertieft und verbessert werden kann. Gleichzeitig kann damit ein Beitrag zur besseren Prophylaxe, also zur Vorbeugung von Krankheiten erreicht werden.  

Weitere Informationen zur SHGL (Selbsthilfegruppe Schlafapnoe, Atemstillstand, Kreis Bergstraße) unter www.schlafapnoe-kreis-bergstrasse.de


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